Und weiter gehts!

Zwei Tage bevor wir unseren Schiffscontainer für das Auto hätten buchen müssen, kam die Erlösung: Das Auto darf bis Ende November in Australien bleiben, kurz darauf wurde nach vier Monaten Wartezeit auch unser Visum bis Ende November verlängert. Wir haben von weiteren 12 Monaten geträumt, aber drei sind besser als nichts.

Wir schmieden Pläne wie verrückt und machen uns hochmotiviert wieder auf die Strecke. Zuerst fahren wir auf der Gibb River Road. Eine recht beliebte und gut unterhaltene Schotterstrasse. Die Strasse ist nicht das Highlight – aber es gibt viele Abstecher zu Sehenswürdigkeiten wie die Windjana Gorge mit den Süsswasserkrokodilen, Tunnel Creek mit den Flughunden oder Bell Georg mit dem erfrischenden Badepool. Erfrischung können wir gut gebrauchen. Inzwischen steigen die Temperaturen schon mal über 35 Grad und die Nächte kühlen nicht mehr richtig ab. Staubig und verschwitzt ist so ein Bad in einem Felsenpool herrlich. Aufgrund der Krokodile in dieser Gegend sollte man aber nicht in jeden Tümpel hüpfen. Wir halten uns an die Infotafeln! 

Unsere Reisepläne führen uns nach Osten. Erstmals seit sechs Monaten verlassen wir Western Australien Richtung Northern Territory. An der Staatengrenze hat es einen Polizeicheckpoint und wir müssen Auskunft geben woher und wohin. Es geht reibungslos – vielleicht auch dankdem, dass der kontrollierende Polizist eine Mutter aus dem Berner Oberland hat… 

In den Northern Territory geht es gegen das Ende der Trockenzeit. Das heisst das auch die Bushfire-Gefahr wieder steigt. Als wir über den Reynoldstrack in den Litchfield NP fahren werden wir am Morgen vom Ranger evakuiert. Sie fürchteten, dass starke Winde ein Bushfire in Richtung Camping bläst. Mehr als Rauch haben wir jedoch nicht mitbekommen und am nächsten Tag war alles wieder gut. Hauptaktivität in diesem Nationalpark ist stundenlang in den herrlichen Felsenpools liegen. Wir genossen das – manchmal konnten wir uns morgens zu einem kurzen Spaziergang aufraffen, aber spätestens ab Mittag ist ein Schattenplatz Pflicht. 

Wir freuten uns schon lange auf Darwin – wieder mal etwas Stadtleben. So genossen wir das Schlendern durch die Strassen, das Lädelen und genossen da ein Kaffee und dort ein Glace. Die kleine, moderne Stadt am Top of Australia hat uns sehr gut gefallen. 

In allen Reiseführer wird der Kakadu Nationalpark als Highlight aufgeführt. Mit entsprechenden Erwartungen fuhren wir in den Park. Abgesehen von den riesigen Salzwasserkrokodilen hat es uns nicht aus den Socken gehauen (wir hatten aufgrund der Hitze auch keine an!). Aber die Krokis sind der Hammer! Wir haben über Stunden beim Cahill Crossing den riesigen Viechern beim Fischschmaus zugeschaut. Am nächsten Morgen machten wir Touristenprogramm: eine Sunrise-Boat-Tour in den Yellow Waters. Vor Sonnenaufgang fuhren wir mit einem Boot durch die Lagunen. Unser Guide Woody zeigte uns viele Vögel und entdeckte jedes Krokodil welches sich in den ersten Sonnenstrahlen wärmten. Eine wirklich tolle Tour.

Nach einem weiteren Badetag in den Edith Falls füllten wir unsere Vorräte in der Stadt Katherine auf. Über den Savannah Way wollen wir durch den Limmen Nationalpark nach Queensland fahren.

Etwas skeptisch besuchten wir in Mataranka noch die Thermalpools – aber bei 38 Grad Lufttemperatur ist das 34-grädige Wasser wirklich erfrischend. Die Fahrt durch den Limmen NP war heiss und staubig. Über 300 Kilometer Schotterpiste durch reinstes Outback. Trotz literweise Schweiss und kiloweise Staub hat es uns in dieser Einsamkeit wieder besonders gut gefallen. Die Camps waren einfach perfekt: überall Feuerholz, Wallabies, Dingos und allerlei sonstige Tierchen um uns und zu guter letzt vor dem Schlafengehen eine Dusche unter dem Sternenhimmel. 

Das Roadhouse Hells Gate liegt bereits in Queensland und bot eine ideale Glacepause. Überraschenderweise hatten wir ab da fast durchgehende Asphalt. Wir waren nicht traurig – so kann man beim Fahren wenigstens den Fahrtwind geniessen.

Nun sind wir in Karumba. Ein kleines Feriendörfchen oben am Meer. Die Hauptaktivitäten hier sind fischen und am Pool abhängen. Das machen auch wir – neben der „Büroarbeit“. Auf unserer Menüplanung wäre eigentlich auch ein Fisch der Sorte Barramundi vorgesehen gewesen – leider hat Philippe einen Catfish erwischt, resp. Der Catfish hat Philippe erwischt und seinen Stachel durch den Mittelfinger gebohrt! Schmerzhaft, aber ungefährlich. Und somit habe ich jetzt auch einen Job als Krankenschwester:-).

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