Australien für Geniesser

Wir haben uns verliebt – schon wieder! Unser Paradies ist ein Beachcamp namens Cleaverville. Etwas nördlich von Karratha liegt dieser unbewohnte Küstenstreifen. Ziemlich spontan haben wir uns entschieden dort hin zu fahren. Zwei Nächte waren geplant, nun haben wir schon zum zweiten Mal beim Frühstück entschieden: wir bleiben noch einen Tag… So geht es uns im Moment dauernd. Wir machen Pläne um sie ein paar Stunden später wieder über Bord zu werfen. Wir bleibend dauernd irgendwo hängen. Aber wir geniessen Australien, das Reisen, das Spontansein mit jeder Faser des Körpers. Wir packen Momente am Lagerfeuer in mentales Seidenpapier und verstauen sie ganz hinten in unserem Herzen. Ja, wir sind im Moment etwas sentimental, denn es könnte sein, dass unsere Tage in Australien gezählt sind. 

Unsere letzten Wochen waren ein Wechsel aus Outback und Küste. Für einige Tage fuhren wir in den Kennedy Range NP. Wir genossen das Cruisen über eine fantastische Gravelroad mitten durchs Outback. In den Ranges hat es viele gemütliche Wanderwege welche wir allesamt abgeklappert haben. Der Nationalpark Camping ist einfach, klein und ruhig. Es war der perfekte Stop bevor wir uns ins Getümmel in Exmouth stürzten. In Western Australia sind Winterferien. Normalerweise fahren die Leute in diesen zwei Wochen nach Bali. Da dies im Moment nicht möglich sind, reisten alle, oder fast alle, nach Exmouth! Mit viel Glück ergatterten wir noch für ein paar Nächte einen Camping im Cape Range NP. Ausgerüstet mit Schnorchel und einem Mietkayak erkundeten wir das Ningaloo Reef. Das Erlebnis: einfach atemberaubend. Langsam gleitest du durch eine völlig andere Welt, die Fische, Schildkröten, Pflanzen alles wie so oft auf Bildern gesehen und nun real, direkt vor der Nase. Am liebsten wäre ich gar nicht mehr aus dem Wasser gekommen. Nur einmal bin ich relativ zügig aufs Kayak geklettert: ein Reefhai (völlig ungefährlich), in kapitaler Grösse wollte mit mir schwimmen. Als mein Puls wieder normal war, musste ich natürlich wieder ins Wasser, nachschauen ob der Hai noch da war. Er war noch da, aber er interessierte sich kein bisschen für mich – gut so.

Nach einer Woche konnten wir uns von dieser Ecke losreissen um zum nächsten Highlight zu reisen. Wir erkundigten die Gorges im Karijini NP. Die Wanderungen durch die engen Schluchten sind beeindruckend. Einige Durchgänge waren mit Wasser gefüllt und man musste schwimmen um weiter zu kommen. Zwei Täler in den Ranges sind relativ breit. Wenn du vom Krater hinunter wanderst tauchst du ein in eine Oase voller Leben: fette, grüne Pflanzen, Palmen, sprudelnde Quellen und viele Vögel. Zurück auf dem Tableau ist dann alles wieder trocken, staubig und rot. Unsere Reise führte uns weiter auf der Rio Tinto Minen Road. Dies ist eine Privatstrasse der ortsansässigen Minengesellschaft und dient als Service Road für die Zugstrecke. So begleiteten uns auf diesen staubigen Kilometer nicht nur Roadtrains sondern ewig lange Güterzüge, welche Eisenerz von der Mine zum Hafen in Dampier transportieren. Unterwegs liegt noch der Millestream NP. Ähnlich wie der Karijini NP – einfach etwas kleiner, dafür auch ruhiger. 

Inzwischen sind nämlich auch die Ferien zu Ende. Die lange Wohnwagen Karawane ist wieder Richtung Perth abgezogen und wir teilen uns das herrliche Australien mit den paar übrig gebliebenen Grey Nomads. In weiser Voraussicht haben wir in Karratha unsere Lebensmittel- und Wasservorräte zünftig aufgefüllt. Und so sitzen wir hier auf dieser Sanddüne vor dem Auto und schauen dem Meer bei Flut und Ebbe zu, schauen den züngelnden Flammen beim allabendlichen Campfire zu und wünschen uns in der Sternschnuppennacht hundert mal das gleiche….

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