Ostereier suchen von Basel nach Genf…

Freitag, 9. April 2004

Wetter bewölkt

Um 7.25 Uhr sind wir in Stans mit dem Zug losgefahren. Hans, der beste Bändler, hat uns beim einladen geholfen und uns zwei Ostereier geschenkt. Das Umsteigen in Luzern wurde etwas hektisch, aber wir sind am lernen. Im Basel erlebten wir dann unser erstes Highlight: Wie kommen wir zum Bahnhof raus? Der Lift war viel zu klein und die Rolltreppe? Ein Versuch war’s wert! Philippe wagte sich mit dem kompletten Gefährt auf die Rolltreppe und ich musste sicherheitshalber beim Notstop warten! Auf halber Distanz ging’s dann noch ein paar Stufen retour, aber schlussendlich kam alles heil an. Endlich konnten wir losradeln. Basel hatten wir bald hinter uns gelassen. Die Fahrt auf der Veloroute 7 ging durch weite Wiesen und Felder und war sehr angenehm. Der Aufstieg zur Callhöhe forderte uns ein erstes mal. Statt der erwarteten Abfahrt ging’s laut Veloroute durch ein Waldsträsschen weiter. Nach etwa einer halben Stunde Sumpf-Tour kam dann endlich die Abfahrt. Plötzlich passierten wir einen einsamen Zoll. Und genauso einsam ging’s weiter der Doubs entlang. Zum Mittagessen in dieser ziemlich langweiligen Gegend gab’s Suppe und Orangen-Punch. Wieder mit Kraft in den Beinen fuhren wir weiter. Mal auf Schweizer Boden, dann wieder Frankreich, mal hoch und mal runter. Der kurze und heftige Anstieg auf den Col de Croix brachte uns zum ersten mal in den Schnee. Nun lag unser Tagesziel St. Ursanne in Griffweite. Zum Glück, denn der Himmel verdunkelte sich zusehends und die Regenwolken wuchsen bedrohlich. Auf den letzten Kilometern setzte der Regen ein. Auf dem Camping beim Ortsende von St. Ursanne mieteten wir einen Wohnwagen für die Nacht. Frisch geduscht, liess sich’s dort gemütlich speisen und bei einer Tasse Wein den Tag Revue passieren.

Tageskilometer: 76.7 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13.8 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 59.3 km/h

 

Samstag, 10. April 2004

Wetter stark bewölkt, Nieselregen und Schnee

Nach einer gemütlichen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück nahm uns gleich ein deftigrer Anstieg in Anspruch. Neun Kilometer und 520 Höhenmeter brachten uns in eine weisse Winterlandschaft. Durch Nebel und verschneite Wälder fuhren oder rutschten wir auf Natursträsschen weiter. Das Ganze war sehr zermürbend und kräftezehrend. Es folgten einige kleine, harmlose Aufstiege, die uns aber aufgrund der Umstände nahe ans durchdrehen brachten. Mühsam legten wir Kilometer um Kilometer zurück. Kurz vor zwölf sahen wir einen ersten Lichtblick und tatsächlich lag ein kleines Dörfchen an unserem Weg. Im Gasthaus wärmten wir uns mit einem heissen Tee und hielten Lagebesprechung. Von nun an hielten wir uns an die Hauptstrasse. Die Veloroute 7 ist zwar schön, aber bei diesen Verhältnissen nicht zu gebrauchen. Um uns nochmals einen Moralschub zu gönnen ging es einige Dörfer weiter wieder in die Beiz. Eine heisse Suppe und Tee, sowie die wärme brachte unsere Laune wieder auf Vordermann. Nach dieser Aufmunterung ging es wieder flott weiter. Auf der Hauptstrasse schien uns unser Etappenziel La-Chaux-de-Fonds wieder erreichbar. Schlussendlich schafften wir es mit ein paar Sonnenstrahlen bis nach Le Locle. Die Temperaturanzeige von -1°C liess unser Zelt-Träume erfrieren und wir suchten uns ein Hotel. Das ziemlich einzige im Dorf war nicht gerade ein Schnäppchen, jedoch mit einer Badewanne auf der Etage. Kurzum belegten wir das Bad für eine Weile und tauten unsere Glieder auf. Das warme Wasser war eine echte Wohltat. Abgekocht haben wir in der Nähe des Hotels auf einigen Steinbrocken. Den Abwasch erledigten wir wieder im warmen Hotelzimmer.

Tageskilometer: 70 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13.3 km/h

Höchstgeschwindigkeit: 64.7 km/h

 

Sonntag, 11. April 2004

Wetter bewölkt, Graupelschauer, Sonnenschein

Nach ausgiebigem Frühstück stand uns schon wieder ein Aufstieg bevor. Auf dem Weg zu Ponts-de-Martel kamen wir wieder in den Schnee. Auf diesem Hochplateau radelten wir mehrer Kilometer flach vorwärts. Die Landschaft mit den verstreuten Höfen wurde durch vereinzelte Sonnenstrahlen beleuchtet und war wunderschön. Wir geniessten das Tandemfahren wieder so richtig. Auf der Abfahrt von Couvert nach Fleurie erreichten wir einen neuen Temporekord von 71.4 Stundenkilometer. Und so rassten wir mitten in den Frühling. Mit viel Sonne und angenehmen Temperaturen ging’s weiter an blühenden Sträuchern und einem munteren Bächlein vorbei. Doch der Frühling war nur von kurzer Dauer, denn wir mussten nochmals rauf in den Schnee. Der Col des Etroits auf 1152 m war wieder ganz in weiss. Auf halber Höhe kochten wir ein feines indisches Reis und stärkten uns mit warmem Punch. Kurz nach dem Rast überraschte uns ein Graupelschauer. Die Passhöhe erreichten wir dann aber trotzdem trocken. Nun folgte das Dessert! Eine wunderschöne lange Abfahrt nach Peney. Mit Rückenwind und unter strahlender Sonne ging’s flott vorwärts bis Cossonay. In Cossonay machten wir Zabig-Halt (es war inzwischen 15.00 Uhr) und beschlossen das 37 km entfernte Nyon noch in Angriff zu nehmen. Voller Euphorie und einer Ovi in den Beinen radelten wir weiter. Kilometer um Kilometer verfloss unter unseren Rädern. Wir wussten ja, mit Ovi kann man es nicht besser aber länger. Zwischendurch stärkten wir uns wieder mit Ovi und Studentenfutter. Endlich Nyon! Die Fahrt durch die Rebberge bei Abendsonne war ein Traum, doch langsam machten sich ein paar Ermüdungserscheinungen bemerkbar. In Nyon holten wir uns Informationen bezüglich Übernachtung. Der einzige geöffnete Camping lag jedoch nochmals 12 km entfernt. Wenigsten in der richtigen Richtung. Also machten wir uns wieder auf den Weg. Und wir wurden fürstlich belohnt. Ein wunderschönes Plätzli mit direkter Sicht auf den Genfersee. Unter denn letzten Sonnenstrahlen kochten wir unser Nachtessen und richteten uns gemütlich ein. Hätte die Campingdusche noch etwas wärmeres Wasser geliefert wäre es perfekt gewesen. Nichts desto Trotz schliefen wir wunderbar in unsere Dreambox.

Tageskilometer: 139.6 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20.73 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 71.2 km/h

 

Montag, 12. April 2004

Wetter bewölkt und windig

Das Aufstehen aus den warmen Schlafsäcken viel uns nicht so leicht. Aber Genf ruft! Rasch hatten wir alles zusammengepackt und stärkten uns wieder mit Ovi. Das richtige Frühstück war in Genf geplant. Die kurze Strecke war in einer Stunde geschafft und schon stürmten wir in das erste Café. Bei Café et Croissantes liessen wir es uns richtig gut gehen. Nach einer kleinen Stadtrundfahrt gingen wir um 11.34 Uhr auf den Zug Richtung Luzern. In Luzern sattelten wir das Tandem nochmals und radelten gemütlich nach Hause.

Tageskilometer: 30.6 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 17.8 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 42.7 km/h

Trotz eher schlechtem Wetter war diese Oster-Tour ein voller Erfolg.

Tour-total:
Kilometer: 320
Fahrzeit: 19h 45 min