Von Budapest nach Dallenwil

Freitag, 29. Juli 2005 - Sonntag, 31. Juli 2005

Wetter sonnig und warm
Budapest

Bereits um 6.00 Uhr war es 23°C in Dallenwil. Mit dem Tandem und Sack und Pack radelten wir nach Luzern. Dort trafen wir unsere Begleiter Barbara und Stefan. Mit dem Zug ging's nun über Zürich nach Wien. Dort hatten wir einige Stunden Aufenthalt, die wir vor allem mit Glace schlecken nutzten. In Wien stiegen wir in den Zug nach Budapest. Leider war genau in unserem Wagen die Klimaanlage defekt. So erlebten wir einige sehr heisse Stunden. Als wir in Budapest eintrafen war es schon dunkel. Auf dem Bahnhof hatte es nur noch einige schräge Gestalten und so machten wir uns so schnell wie möglich auf den Weg zum Hungaroring. Nach gut einer Stunde Fahrzeit durch die dunklen Strassen der Budapester Vororte erreichten wir die Formel-1-Stadt. Etwas schwieriger war unseren reservierten Campingplatz zu finden. Aber auch das schafften wir. Mit Stirnlampen wurden die Zelte aufgestellt. Dass in den Duschen nur kaltes Wasser lief, störte uns am diesem Abend nicht. Frisch geduscht meldete sich auch noch der Hunger. So schafften wir es erst nach 4.00 Uhr in der Früh in die Schlafsäcke.

Tageskilometer: 47.8 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 16.7 km/h
Höchstgeschwindigkeit: 42.0 km/h

Ausschlafen gab's am Hungaroring nicht. Bereits um 7.00 Uhr trieb uns die Sonne aus dem Zelt. Nach einem gemütlichen Frühstück machten wir uns auf die Suche nach den Tribünenplätzen. Unsere zwei Herren hatten eine gute Wahl getroffen. Wir sassen nur knapp 20 m von der Rennstrecke weg. Es war wirklich überwältigend. Beim letzten freien Training sahen wir die Rennautos erstmals von der Nähe. Der Lärm war mit den Ohrenstöpseln gut ertragbar. Am Nachmittag fand dann das Qualifying statt. Die Pole von Michael Schumacher löste bei allen Ferrarifans Partystimmung aus. Am Abend genossen auch wir in einem der vielen Festzelte noch ein kühles Bier.

Auch am Sonntagmorgen war es wieder wunderschönes Wetter und bereits warm. Mit 35°C soll es ein Grad kühler gewesen sein als am Samstag. Unser Wasserkonsum blieb jedoch etwa gleich hoch. Die Zeit bis zum Rennen ging schnell vorbei. Die Nervosität stieg und die Stimmung war gewaltig. Gleich der Start bot bei unserer Kurve einen spektakulären Unfall. Das Rennen war sehr spannend und dass Michael Schumacher der ersten Platz nicht halten konnte, war am Schluss nur ein Detail. Wir alle genossen die Action und das Drum-herum von diesem Anlass sehr. Wir wussten, am nächsten Tag geht dann ein anderes Leben los.

 

Montag, 1. August  2005

Wetter sonnig und warm
Budapest - Esztergom

Heute brachen wir unsere Zelte am Hungaroring ab. Die Suche nach dem Donauradweg gestaltete sich schwieriger als gedacht. Wir mussten einige Fahrradsverbot-Tafeln missachten um endlich mal an die Donau zu kommen. Doch auch dort liess die Beschilderung zu wünschen übrig. Jedoch waren die Leute sehr hilfsbereit und so fanden wir immer wieder auf die richtige Strecke zurück. Beim Mittagsrast kamen wir erstmals mit Mücken in Kontakt. In Nagymaros setzten wir mit der Fähre ans andere Donauufer über. Die Breite der Donau beeindruckte uns alle. Nochmals radelten wir noch einige Kilometer. Im Städtchen Esztergom liessen wir uns auf einem Camping nieder. Wir waren überrascht ab dem Komfort der uns geboten wurde. Leider wurde der Swimmingpool gerade gereinigt! Auch Tisch und Bänke wurden uns geboten. So hatten wir die Aussicht auf ein gemütliches Znacht mit Erst-August-Lampion. Leider fielen kurz nach dem Essen die Mücken über uns her. Wir Frauen durften ins Zelt flüchten während die Männer aufräumten.

Tageskilometer: 94.6 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19.0 km/h
Fahrzeit: 5:04
Höchstgeschwindigkeit: 56.8 km/h

 

Dienstag, 2. August  2005

Wetter sonnig und warm
Esztergom - Narad

Am Morgen guckten die Mücken bereits in unser Zelt. Wir liessen uns nicht ärgern und konnten sogar draussen essen. Um 9.00 Uhr waren wir wieder Startklar. Unser erster Tagespunkt war das Einkaufen. Unglaublich welche Mengen vier Personen wegputzen! Übrigens, auf der Einkaufsliste stand auch ein Anti-Mücken-Spray! 
Nun verabschiedeten wir uns bereits aus Ungarn und fuhren in die Slowakei ein. Beim Zoll wurden wir genau begutachtet und mussten sogar die Sonnenbrillen ausziehen, aber wir wurden durchgelassen. Heute fuhren wir die meiste Zeit auf einer Hauptstrasse. Aber da der Verkehr sehr bescheiden war, fanden wir das nicht so schlimm. Kurz vor Komarno hielten wir Mittagsrast. Trotz dem Anti-Mücken-Spray wurden wir von einigen Viecher gepiekst. Nun kehrten wir direkt an die Donau zurück. Eine anstrengende Strecke mit 20 km tiefem Kies stand vor uns. Das forderte uns und unserem Material alles ab. Zum grossen Ärger hatten wir noch eine Abzweigung verpasst. Etwas erschöpft fuhren wir die nächste Abzweigung rechts von der Donau weg. Glück gehabt! Wir fanden uns bald in einer kleinen Spunte bei Cola und Chips wieder und hatten sogar ein Ortsschild vor uns. Das Dorf hiess Klucovec. In dieser Bar durften wir auch unsere Wasservorräte wieder auffüllen. Im nächsten grossen Dorf liessen wir uns auf dem Dorfplatz nieder und kochten Znacht. Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass es auf solchen geteerten Plätzen fast Mückenfrei ist. Heute gab es weit und breit keinen Camping. Also radelten wir nach dem Znacht wieder los und hielten Ausblick nach einer Zeltmöglichkeit. Zwei Dörfer weiter kam ein Fussballplatz mit einem kleinen Restaurant. Wir fragten mal nach. Zuerst konnten wir uns nicht so recht verständigen. Irgendwann kamen noch andere Leute dazu und es hiess wir duften bleiben. Am Rand stellten wir die Zelte auf und flüchteten ins Restaurant. Dort tranken wir noch etwas und belegten die Toilette für die Katzenwäsche. Glücklich und todmüde vielen wir später in die Schlafsäcke. 

Tageskilometer: 110.2 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19.3 km/h
Fahrzeit: 5:50
Höchstgeschwindigkeit: 40.1 km/h

 

Mittwoch, 3. August  2005

Wetter bewölkt 
Narad - Wien

Tatsächlich haben wir es heute bis Wien geschafft. Aber nun von vorne. In der Nacht hat es einig Regentropfen geworfen. Am Morgen war es jedoch wieder trocken. Aufgrund der vielen Mücken assen wir im Zelt das Frühstück. Das Aufräumen wurde dann relativ hektisch. Aber bald waren wir wieder unterwegs und die Mücken mochten uns nicht mehr nach. Heute fuhren wir eine lange Strecke auf einem Kanal. Vorbei an Schleusen und, Kraftwerken. In Bratislava gingen wir noch kurz einkaufen. Die Stadt hat uns gar nicht gefallen. Vermutlich sind wir auch durch das schlimmste Quartier gefahren. Jedenfalls waren wir froh, dass wir weiter konnten. Kurz nach der österreichischen Grenze machten wir Mittagsrast. Irgendwie fühlten wir uns da schon fast wie zu Hause. Die Gegend hatte sich auch etwas verändert. Wir fuhren viel an Waldrändern und sahen dabei einige Rehe. Leider fielen später wieder einige Regentropfen. So fuhren wir in der Regenjacke in Wien ein. Dem ersten Campingplatz-Täfeli folgten wir glücklich und fanden nach einigen extra Runden auch den Platz. Aufstellen, duschen, kochen und ab ins Bett hiess die Devise. 

Tageskilometer: 135.7 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20.2 km/h
Fahrzeit: 6:50
Höchstgeschwindigkeit: 35.4 km/h

 

Donnerstag, 4. August  2005

Wetter bewölkt und windig
Wien - Klosterneuburg

Bei eisigem Wind assen wir heute das Frühstück. Wir waren alle etwas Müde, freuten uns aber auf die Stadt und den Kuchen. Mit Sack und Pack machten wir uns auf den Weg ins Zentrum. Die lange Praterallee war sehr eindrücklich. Im Zentrum ketteten wir die Tandems an eine Kirche und hofften, dass sich niemand daran zu schaffen machte. Am nächsten Kiosk kauften wir Karten und Marken und verschanzten uns dann in ein schönes Kaffee. Bei feinem Wiener-Kaffee und Torte sah die Welt bald wieder rosig aus. Später suchten wir ein Lebensmittelgeschäft und hatten gleichzeitig eine Stadtbesichtigung. Einige Baustellen machten uns das Verlassen der Stadt schwer. Irgendwann hatten wir es doch noch geschafft. Da unser Hinterrad nicht genug gepumpt war, machten wir bei einem Velohändler halt. Doch oh schreck! Die Luft war das eine, aber unsere Hinterfelge war bei jeder zweiten Öse gerissen. Der Herr Fahrradhändler war nicht sehr freundlich. Also beschlossen wir in eine Vorstadt von Wien zu radeln. In Klosterneuburg fanden wir ein Geschäft. Leider hatte es am Donnerstag Nachmittag geschlossen. Also müssen wir es morgen versuchen. Also richteten wir uns auf dem Camping häuslich ein. Weil es wieder einige Motzis hatten assen wir im Zelt. Nach einem Spaziergang verputzten wir noch ein Pack Guetzli. Etwas unruhig, ab dem was der morgige Tag bringt, schliefen wir ein.

Tageskilometer: 31.3 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 13.9 km/h
Fahrzeit: 2:21
Höchstgeschwindigkeit: 32.7 km/h

 

Freitag, 5. August  2005

Wetter einige Wolken, sonnig
Klosterneuburg - Willersbach

Heute war wieder zeitig Tagwach. Nach dem Frühstück fuhr Philippe mit dem Tandem zum Mech. Wir räumten unter der Zeit die Zelte ab. Bald kam er zurück mit der positiven Meldung, dass wir um halb zehn ein geflicktes Tandem abholen können. Mit neuem Tandem starteten wir dann. Zur Belohnung gab es eine schöne Strecke entlang der Donau. Wir kamen sehr zügig voran und holten so unseren Rückstand wieder auf. Am Mittag hatten wir bereits wieder 50 km auf dem Tacho. Am Nachmittag fuhren wir durch riesige Obstplantagen. Wir fühlten uns wie im Paradies. Auf einer Tankstelle stärkten wir uns mit Nutellabrot - es schien wieder eine lange Etappe zu werden. Aber die Kilometer verflossen nur so unter unseren Rädern. Die Gegend war wunderschön, viele kleine Dörfer und riesige Kirchen. Um 19.00 Uhr kochten wir auf einem Parkplatz ein feines Curryreis. Es war gut halb neun als wir den angestrebten Camping erreichten. Wir Frauen durften nach dem aufstellen unter die Dusche. Die Herren speichten noch das alte Laufrad aus. Die Felge übergaben wir dann der Kehrichtabfuhr.

Tageskilometer: 148.4 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 22.1 km/h
Fahrzeit: 6:35
Höchstgeschwindigkeit: 56.0 km/h

 

Samstag, 6. August  2005

Wetter Regen, Windig, Sonnig
Willersbach - Linz

Am Morgen wurden wir durch Regentropfen geweckt. Wiedereinmal assen wir im Zelt von Barbara und Stefan. Beim Abräumen war es jedoch bereits wieder trocken. So blieb es nun den ganzen Tag. Zehn Minuten Regen, zehn Minuten trocken. Man gewöhnt sich daran. Der erste Stop machten wir in Walsee. Dort entdeckte Stefan einen Riss in der Anhängerschale. Philippe hatte zum Glück bald eine Idee zur Behebung und so suchten wir eine Tischlerei auf. Der Tischler war ausser Haus aber Philippe durfte an die Maschinen. Schon bald konnte die Fahrt weitergehen. Am Mittag hatten die Herren Einkaufsdienst. Gleich neben dem Laden kochten wir dann auch das Mittagessen. Die Gegend die wir am Nachmittag durchradelten entschädigte uns für das wechselhafte Wetter. Ein schöneres Dorf nach dem anderen. Am späteren Nachmittag wurde Philippe noch von einer Wespe in den Nacken gestochen. Etwas Parapic darauf und die Fahrt ging weiter. Als wir eine halbe Stunde später in Linz einfuhren, juckte es Philippe am ganzen Körper. Mit der Zeit begann sein ganzer Körper langsam aufzuschwellen. Nun war klar, er musste zum Arzt. Wir suchten das nächstgelegene Spital auf. Dort wurden wir jedoch abgewiesen, da sie keinen Notfalldienst hatten. Beim nächsten hatten wir mehr Glück. Nach der Aufnahme verbrachten wir fast zwei Stunden mit Warten bis endlich ein Arzt Zeit hatte. Philippe wurde an eine Infusion gehängt und mit der Spritze gepiekst. Um 20.00 Uhr wurde er dann wieder entlassen und die Schwellungen hatten stark nachgelassen. Wir suchten nun beim Eindunkeln der nächste Camping auf. Wir waren überglücklich beim Znacht, das wir wegen der Dunkelheit mit Stirnlampe kochten und assen. Nach dem Duschen musste uns niemand in den Schlaf wiegen.

Tageskilometer: 94.6 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 18.2 km/h
Fahrzeit: 5:16
Höchstgeschwindigkeit: 40.7 km/h

 

Sonntag, 7. August  2005

Wetter Regen, Windig, Sonnig
Linz - Nesselbach

Auch diese Nacht hat es wieder geregnet. Das Wetter war wieder wie gestern, man wusste nicht wie die nächsten zehn Minuten sind. So starteten wir aus Linz in Richtung Passau. Wir zogen mal die Regenkleider an und dann wieder aus. Am Znüni machten wir bei einer Bäckerei halt und stärkten uns mit feinem Kuchen. Beim Mittagessen mussten wir vor einem heftigen Gewitter flüchten. Zum Glück hatte es ein Restaurant mit Unterstand in der Nähe. Doch bald war auch das wieder vorbei und wir konnten weiterfahren. Die Gegend hier war ein Traum. Die Donau fliesst unendlich viele Kurven und in jeder Bucht liegt irgend ein idyllisches, kleines Dorf. Als wir in Passau ankamen hatten wir ein weiteres Gewitter hinter uns. Da Sonntag war, kehrten wir wieder mal in ein Restaurant ein. Bei heissen Getränken und Wienerli mit Brot stärkten wir uns. Die 30 Kilometer bis zum angestrebten Camping zogen sich noch in die Länge. Belohnt wurden wir jedoch mit einem tollen Platz. Die Sonne schien und unsere Sachen konnten wieder trocknen. Die Waschmaschine und Tumbler wurden intensiv in Anspruch genommen. An unserem Tandem musste noch der Hinterreifen gewechselt werden, da der Pneu eine Ausbuchtung hatten. Zum Glück hatten wir Ersatz dabei. Es wurde ein gemütlicher Abend mit Kochen und Essen im schönen Aufenthaltsraum.

Tageskilometer: 137.8 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 21.9 km/h
Fahrzeit: 6:25
Höchstgeschwindigkeit: 42.7 km/h

 

Montag, 8. August  2005

Wetter Regen, Windig, Sonnig
Nesselbach - Herrensaal

Das Frühstück genossen wir nochmals in dem schönen Aufenthaltsraum. Nach 20 Kilometer machten wir in Deggersdorf halt. Bei einem Velomech liessen wir unser Hinterrad kurz checken. Es war alles i.O.. Barbara beschaffte sich noch ein paar neue Regenhosen und wir erledigten den Tageseinkauf. Nach dem Znüni ging's weiter. Das Wetter hielt sich einigermassen gut. Der erste Versuch für den Mittagsrast mussten wir aufgrund der Regentropfen abbrechen. Wir radelten weiter und fanden einen Spielplatz mit einem grossen Unterstand. Tatsächlich schüttete es dann auch ziemlich. Doch als wir weiter radelten schien wieder die Sonne. Die Strecke von Heute war nicht besonders schön, viel Hauptstrasse. Am Nachmittag wurden wir nach Regensburg mit einem wunderschönen Regenbogen belohnt. Unser Camping befand sich auf einem Bauernhof und war etwas gewöhnungsbedürftig. Am müde und hungrig machte uns das nicht so viel aus. Kurz vor dem eindunkeln schafften wir noch das Znacht. Danach gings noch unter die Dusche und ab ins Zelt.

Tageskilometer: 143.7 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 20.7 km/h
Fahrzeit: 7:05
Höchstgeschwindigkeit: 42.7 km/h

 

Dienstag, 9. August  2005

Wetter Sonnig
Herrensaal - Donauwörth

Heute morgen fiel uns das Aufstehen etwas schwer, jedoch schien die Sonne. Gleich zu Beginn hatten wir ein Steigung. Somit wurden wir richtig warm und waren wach. Beim Einkaufen verloren wir heute viel Zeit, da wir in sieben Geschäfte mussten bis wir alles hatten. Den Mittagsrast hielten wir Sicherheitshalber in der Nähe einer Unterführung. Aber das Wetter hielt sich prächtig. Am Nachmittag mussten wir einige Naturstrassen umfahren und befanden uns somit oft auf Hauptstrassen. Der Verkehr war teilweise etwas stressig. Aber dafür könnten wir Schicht um Schicht unsere Kleider trocknen. Bei schönstem Sonnenschein genossen wir das Zabig. Bis zum Tagesziel mussten noch zwei Steigungen bewältigt werden. Belohnt wurden wir aber mit einer schönen Aussicht. In Donauwörth schien niemand zu wissen wo der Camping war. Ein Herr mit Fahrrad ging sich erkunden und führte uns dann hin. Ein Traum-Plätzchen wars dafür. Nach dem Duschen gabs Znacht und eine Flasche Wein.

Tageskilometer: 131.1 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19.7 km/h
Fahrzeit: 6:44
Höchstgeschwindigkeit: 61.5 km/h

 

Mittwoch, 10. August  2005

Wetter Sonnig
Donauwörth - Ehrsingen

Heute Morgen war es eisig Kalt aber stahlblauer Himmel. Wir verliessen den schönen Platz etwas wehmütig. Rasch wurde noch der Einkauf erledigt. Die erste Stunde kamen wir zügig voran. Plötzlich gabs Wolken am Himmel und die einige Tropfen fielen. Wir wollten uns mit einem Spurt in ein Bushäuschen an "Schärmä" flüchten, als der Anhänger ein komisches Geräusch von sich gab. Im Bushäuschen schauten wir die Sache dann genauer an. Oh nein, das Lager am Rädli war defekt. Also machte Philippe sich mit dem Tandem und dem Rädli unter dem Arm auf die Suche nach einem Velomech. Der konnte ihm jedoch nicht helfen, auch in der Autogarage gabs nur Kopfschütteln. Jedoch eine Landmaschinenbude hatte die passenden Lager vorhanden. So konnten wir nach gut einer Stunde die Reise fortsetzen. Übrigens Geregnet hat's dann doch nicht. Das Mittagsessen kochten wir wieder mal auf einem Parkplatz. Am Nachmittag hatten wir richtig Speed drauf. Durch Ulm rasten wir wohl im Höchsttempo. Wir sahen nicht viel ausser einer schönen Donaupromenade. Nach einem Tankstop für den Kocher kamen wir um 19.00 Uhr auf dem Camping an. Heute kamen wir endlich wieder mal beizeiten ins Bett.

Tageskilometer: 118.2 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19.6 km/h
Fahrzeit: 6:10
Höchstgeschwindigkeit: 37.0 km/h

 

Donnerstag, 11. August  2005

Wetter Sonnig
Ehrsingen - Hausen

Auch heute blinzelte die Sonne als wir das Zelt verliessen. Es war jedoch wieder kalt. Die Stunde länger schlafen hat uns richtig gut getan. Die ersten Kilometer hatten einige Steigungen so dass wir langsam warm wurden. Die Strecke führte heute durch riesige Felder von Mais und Korn. Auch die Landwirte genossen das Wetter und dreschten was das Zeug hielt. Wir genossen es wieder richtig draussen zu kochen und essen. Die Welt war wieder so richtig in Ordnung. Am Abend wurde uns zum ersten Mal bewusst, dass die Reise langsam zu Ende geht. Die Donau war kein riesiger Fluss mehr, sondern ein normaler Bach. Am Abend hatten wir wieder einen schönen Camping. Zum Znacht gab es Nudeln Sweet'n Soure. Es schmeckt trotzdem dass die Männer im Laden Suppennudeln erwischt hatten. Auch heute gab es früh Nachtruhe.

Tageskilometer: 114.5 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 18.4 km/h
Fahrzeit: 6:20
Höchstgeschwindigkeit: 52.7 km/h

 

Freitag, 12. August  2005

Wetter Sonnig
Hausen - Stühlingen

Wir gewöhnten uns bereits an das schöne Wetter am Morgen und auch an die Kälte. Auch heute hatten wir eine Steigung zum Start. Dafür hatten wir nachher warm und wir wurden mit einer tollen Fahrt über eine Hochebene belohnt. In solchen Moment weiss man wieder genau wieso wir mit dem Fahrrad reisen. Heute kamen wir wie der Blitz vorwärts. Am Mittag kamen wir in Tuttlingen an. Dort deckten wir uns mit Information aus dem Touristenbüro und mit Karten aus der Buchhandlung ein. Langsam planten wir die Rückkehr in die Schweiz. Wir hatten beschlossen nicht ganz bis Donaueschingen zu fahren, sondern bei Geisingen Richtung Waldshut abzubiegen. Zu unser Überraschung war die ganze Strecke nach Stühlingen ein Abfahrt. Wir genossen es riesig und hatten Mitleid mit den Fahren die uns entgegen kamen. So früh wie heute waren wir noch nie auf dem Camping. Nach dem Zeltaufstellen gab es erst mal Zabig. Gemütlich gönnten wir uns wieder mal eine ausgiebige Dusche und kochten später Znacht. Es wurde ein richtig schöner Abend.

Tageskilometer: 90.5 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19.6 km/h
Fahrzeit: 4:45
Höchstgeschwindigkeit: 67.3 km/h

 

Samstag, 13. August  2005

Wetter Sonnig
Stühlingen - Mosen

In der Nacht hat es wieder mal geregnet. Am Morgen begrüsste uns richtiger Herbstnebel der aber bald durch die Sonne abgelöst wurde. Etwas melancholisch darüber, dass es heute in die Schweiz geht sassen wir beim Frühstück. Heute ging alles etwas langsamer als bisher. An der Wutach entlang fuhren wir nach Tiengen. Dort gönnten wir uns eine Tasse Kaffee und einen kleinen Spaziergang. Ein letztes Mal gings in Deutschland zum Einkaufen. Wir wählten den Lidl. Im Laden hatte es wohl mehr Schweizer als Deutsche. Es stimmte uns ziemlich nachdenklich, dass so viele Schweizer im Ausland einkaufen. Als Highlight des Tages gilt sicher der Besuch von Mc Donalds durch den Drive in! Wir fandens lustig, das Personal wurde etwas verwirrt. Wir fanden uns mit sechs Menüs auf dem Parkplatz wieder, bezahlen mussten wir nur drei! Nun war es nur noch ein Katzensprung über die Grenze. Auf der Schweizerseite wurden wir sofort von Veloland-Wegweisern begrüsst. Wir wählten die Aare Route nach Brugg. Wir stellten einmal mehr fest, dass es auch in der Schweiz schöne Routen gibt. Auf dem Bahnhof Brugg kam dann der Schocker. Brugg hat gar keinen Campingplatz. Der nächste soll in Beinwil am See sein. Tja, was will man da machen. Wir schwangen und wieder aufs Rad und rasten in 1 1/2 Stunden nach Beinwil. Aber auch dort wurden wir enttäuscht. Der Camping sei privat und nur für Wohnwagen. Zum Glück gab's in Mosen, dem nächsten Dorf, einen richtigen Camping. Rasch hatten wir ein Plätzchen und genossen eine Flasche Mosscato. Bald waren wir frisch geduscht und machten uns auf zum Nachtessen. Zur Feier des Tages gings in ein Restaurant. Dank dem Tip unseres Wohnwagen-Nachbars fanden wir in der Braui der perfekte Ort. Mit riesigen Portionen und Wein feierten wir den Abschied. Spät und etwas beschwipst ging es auf den Camping zurück.

Tageskilometer: 97.2 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 19.2 km/h
Fahrzeit: 5:10
Höchstgeschwindigkeit: 57.4 km/h

 

Sonntag, 14. August  2005

Wetter Woken und Regen
Mosen - Dallenwil

Heute Morgen galt es entgültig Abschied zu nehmen. Nach dem Frühstück fuhren wir Richtung Luzern los. Barbara und Stefan zog es nach Rickenbach. Wir machten noch halt beim Götti von Philippe in Ermensee. Da es immer heftiger Regnete blieben wir länger als geplant und wurden mit Mittagessen und Dessert verwöhnt. Irgendwann mussten wir dann doch noch raus ins Nass. In einem Zug sind wir dann nach Dallenwil geradelt. Der Regen machte uns eigentlich nichts aus. Zu Hause begann dann das grosse Aufräumen...

Tageskilometer: 50.0 km
Durchschnittsgeschwindigkeit: 21.5 km/h
Fahrzeit: 2:30
Höchstgeschwindigkeit: 51.7 km/h

 

Total: 1540 Kilometer